Steinschlag durch Rollsplitt: Haftung, Versicherung und Ihre Rechte
Rollsplitt auf Autobahnen verursacht regelmäßig Windschutzscheiben-Schäden. Lesen Sie, wer haftet, wie Ihre Kasko hilft und wie Sie Ihr Recht durchsetzen.
Weiterlesen →Nach einem Scheibentausch müssen Regensensor, Lichtsensor und die Versiegelung neu kalibriert werden. Erfahren Sie, warum diese Schritte wichtig sind und wie lange sie dauern.
Wenn die Windschutzscheibe getauscht wird, ist es nicht damit getan, einfach eine neue Scheibe einzubauen. Moderne Fahrzeuge haben eine Reihe von Sensoren und Assistenzsystemen, die in die Scheibe integriert sind oder davon abhängen. Der Regensensor und der Lichtsensor müssen nach dem Tausch neu eingelernt und kalibriert werden – sonst funktionieren diese wichtigen Helfer nicht mehr zuverlässig.
Regensensor und Lichtsensor sitzen hinter der Windschutzscheibe und sind direkt mit der Elektronik des Fahrzeugs verbunden. Sie steuern die automatische Scheibenwischer-Funktion und die Abblendung des Lichts basierend auf Wetterbedingungen und Umgebungshelligkeit. Wenn die Scheibe ausgetauscht wird, ändern sich optische und mechanische Parameter – selbst wenn die neue Scheibe baugleich ist.
Der Grund: Jede Scheibe hat minimale Unterschiede in der Tönung, Krümmung und Oberflächengüte. Der Sensor muss sich an diese neuen Bedingungen anpassen, sonst arbeitet er ungenau oder überhaupt nicht.
Der Regensensor arbeitet nach dem Prinzip der Infrarot-Reflexion. Er sendet unsichtbares Licht durch die Scheibe und misst, wie viel Licht zurückkommt. Bei Regen wird weniger Licht reflektiert, was der Sensor erkennt und die Wischer aktiviert.
Nach dem Scheibentausch muss der Sensor neu eingelernt werden, damit er wieder die richtige Referenzschwelle für die Wischerempfindlichkeit hat. Die Autoglas-Profis vor Ort führen dazu eine statische Kalibrierung durch – das bedeutet, der Sensor wird im stillen Fahrzeug auf Basis der neuen Scheibeneigenschaften neu justiert. Dies dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Der Lichtsensor ist oft mit dem Regensensor kombiniert. Er misst die Helligkeit der Umgebung und steuert automatisch die Abblendung (Blendschutz) und manchmal auch die Leuchtweitenregelung. Nach dem Scheibentausch muss dieser Sensor ebenfalls neu eingelernt werden, da die optischen Eigenschaften der neuen Scheibe anders sind.
Auch hier kümmern sich die Autoglas-Profis um die Neueinstellung. Die Abläufe sind standardisiert und werden mit speziellen Diagnosegeräten durchgeführt.
Ein oft übersehener, aber wichtiger Punkt: die Versiegelung der Scheibe nach dem Einbau. Die neue Windschutzscheibe wird mit speziellen Dichtmassen und Klebstoffen befestigt. Diese benötigen eine sogenannte Aushaertezeit (auch Safe-Drive-Away-Time genannt), um ihre volle Stabilität zu erreichen.
Je nach Witterung und Kleber-Typ liegt diese Aushärtezeit zwischen 1 und 24 Stunden. In dieser Zeit sollte das Fahrzeug nicht bewegt werden oder nur im absoluten Notfall und mit niedrigen Geschwindigkeiten. Nach der Aushärtezeit ist die Scheibe sicher versiegelt und trägt wieder zu 100 % zur Stabilität des Fahrgells bei.
Moderne Fahrzeuge haben häufig auch eine Frontkamera hinter der Windschutzscheibe, die für Assistenzsysteme wie den Spurhalteassistenten oder Notbremsassistenten zuständig ist. Diese Kamera muss nach dem Scheibentausch kalibriert werden – meist eine dynamische Kalibrierung bei einer Testfahrt, damit die Kamera ihre Zielerfassung wieder korrekt ausrichtet.
Die Autoglas-Profis vor Ort kümmern sich um diese technischen Anforderungen und führen alle notwendigen Einlernungen und Kalibrierungen durch.
Die Neueinlernung von Regensensor und Lichtsensor ist in der Regel im Leistungsumfang eines professionellen Scheibentauschs bereits enthalten. Es entstehen für diese Arbeitsschritte keine zusätzlichen Kosten. Manche Versicherungen übernehmen den Scheibentausch bis zur Höhe der Teilkasko-Selbstbeteiligung (ueblicherweise rund 150 EUR), sodass unter Umständen gar keine Kosten für Sie entstehen.
Wenn Sie unsicher sind, welche Kosten Ihre Versicherung trägt, beraten Sie die Fachleute gerne bei einem Anruf unter 0176 65108837.
Die Neueinlernung und Kalibrierung von Sensoren erfordert Fachkenntnis und spezielle Ausrüstung. Nur wenn diese Arbeiten professionell durchgeführt werden, können Sie sicher sein, dass Regensensor, Lichtsensor und alle Assistenzsysteme wieder zuverlässig funktionieren. Ein fehlerhaft eingelernter Regensensor kann beispielsweise nicht mehr anschlagen, oder andersherum ständig aktiv sein – beides mindert die Verkehrssicherheit.
Die Autoglas-Profis vor Ort haben die nötige Expertise und Ausrüstung, um alle diese Schritte korrekt auszuführen. So ist Ihr Fahrzeug nach dem Scheibentausch wieder vollständig hergestellt.
Rollsplitt auf Autobahnen verursacht regelmäßig Windschutzscheiben-Schäden. Lesen Sie, wer haftet, wie Ihre Kasko hilft und wie Sie Ihr Recht durchsetzen.
Weiterlesen →
Im Winter aushärtet der Kleber bei Windschutzscheiben-Wechseln deutlich langsamer. Wir erklären, was Sie über Aushärtezeiten in der Kälte wissen sollten und wie Sie sicher planen.
Weiterlesen →